Zahlen, Daten, Fakten aus Nordrhein-Westfalen
In Nordrhein-Westfalen nutzen seit vielen Jahren zahlreiche Menschen die Möglichkeit, ein Studium ohne (Fach-)Abitur aufzunehmen. Die aktuellen Daten zeigen dabei ein insgesamt stabiles Bild mit leichten Veränderungen in den vergangenen Jahren. Der Anteil der Studienanfänger*innen ohne schulische Hochschulzugangsberechtigung (HZB) lag 2010 bereits bei 4,2 Prozent und erreichte 2015 einen Spitzenwert von 5,1 Prozent. Seitdem ist ein gradueller Rückgang zu beobachten: 2024 liegt der Anteil bei 2,9 Prozent und damit weiterhin auf einem vergleichsweise hohen Niveau. Der Anteil der Studierenden ohne schulische HZB zeigt eine ähnliche Entwicklung: Nach stetigem Anstieg in den frühen 2010er-Jahren und einem Höchstwert von rund 2,8 Prozent 2016 stabilisieren sich die Zahlen in den Folgejahren. 2024 liegt der Anteil bei 2,0 Prozent. Auch bei den Hochschulabsolvent*innen ohne schulische HZB ist eine leichte Abnahme gegenüber den Spitzenjahren zu erkennen – ihr Anteil beträgt 2024 noch 1,6 Prozent.
Diese Entwicklungen spiegeln sich ebenso in den absoluten Zahlen wider. Die Zahl der Studienanfänger*innen ohne (Fach-)Abitur lag 2010 bei 4.134 Personen und schwankte in den folgenden Jahren zwischen 2.700 und 6.400 Personen. 2024 liegt sie bei 3.044 und damit unter dem Niveau des Ausgangsjahres. Die Mehrheit der Studienanfänger*innen ohne (Fach-)Abitur an Rhein und Ruhr ist an einer staatlichen Hochschule immatrikuliert (1.858), danach folgen private Hochschulen (1.057). Hochschulen in kirchlicher Trägerschaft spielen eine untergeordnete Rolle (129). Zu den drei nachgefragtesten Hochschulen gehören die FernUniversität in Hagen mit 1.128 Studienanfänger*innen ohne allgemeine Hochschul- und Fachhochschulreife, die FOM Hochschule für Oekonomie & Management mit diversen Standorten in NRW (525) sowie die Fachhochschule des Mittelstands mit Standorten in Bielefeld, Frechen und Köln (160). Besonders stark ist die Entwicklung über die Jahre hinweg bei den Studierenden ohne schulische HZB: Ihre Zahl stieg von 8.259 im Jahr 2010 bis 2016 kontinuierlich auf über 21.000 Personen an und erreichte damit einen Höchstwert. Seitdem ist ein moderater Rückgang zu verzeichnen, und 2024 sind rund 14.129 Studierende ohne schulische HZB in Nordrhein-Westfalen eingeschrieben. Die Zahl der Hochschulabsolvent*innen ohne schulische HZB liegt 2024 mit 1.753 Personen ebenfalls etwas unter den Spitzenwerten im Betrachtungszeitraum, bleibt jedoch langfristig betrachtet auf hohem Niveau.